Erwarten Sie keine Dankbarkeit von anderen

Haben Sie schon einmal etwas Gutes für jemanden getan, ihm ein tolles Geschenk gemacht oder bei der Gartenarbeit geholfen? Wie haben Sie sich gefühlt als sich dieser Mensch nicht bei Ihnen bedankt hat? Haben Sie sich gewünscht ihm gar nicht geholfen zu haben?

Wie waren alle schon einmal in einer solchen Situation, doch hinterher in Selbstmitleid zu baden oder ärgerlich zu werden ist der falsche Weg und es zeigt, dass wir beim Helfen insgeheim mehr an uns selbst gedacht haben als an den anderen.

Wenn wir einem Nachbarn helfen den Reifen beim Auto zu wechseln oder einer alten Dame die Einkaufstüten tragen, erwarten wir Dankbarkeit. Doch wenn wir vom anderen nichts zurückbekommen, sind wir verärgert und enttäuscht.

Wenn man etwas gibt, dann sollte man es tun, um zu helfen – für den anderen Menschen. Von allen Dankbarkeit zu erwarten ist zum Teil auch egoistisch. Wir geben etwas und sehen es als selbstverständlich an etwas zurückzubekommen. Wir glauben, dass wir ein Recht auf auf Dankbarkeit haben.

Doch wie wäre es, wenn wir uns stattdessen auf Undankbarkeit einstellen und geben würden ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Wenn wir geben, dann sollten wir es aus Freude am Geben tun.

Wir haben keinen Einfluss darauf wie andere Menschen reagieren und wenn wir zu viel erwarten, werden wir nur unglücklich. Seien Sie stattdessen glücklich, weil sie etwas schenken.

“Wer glücklich ist, kann glücklich machen. Wer´s tut, vermehrt sein eigenes Glück.”

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Die Menschen sind nunmal so wie sie sind – wir können sie nicht ändern. Von den meisten werden Sie nie etwas zurückbekommen, sei es auch nur ein “Dankeschön.” Wenn Sie durchs Leben gehen und immer Dankbarkeit erwarten, bereiten Sie sich nur selbst Kummer.

In meinem Bekanntenkreis gibt es einen Mann, der sich heute noch über einen Nachbarn ärgert, dem er beim Bau seines Hauses geholfen hat. Er sagt schon seit Jahren Dinge wie: “Er hat es mir nie gedankt.” oder “Wenn jemand etwas Ähnliches für mich getan hätte, dann würde ich ihn zum Essen einladen oder ein tolles Geschenk kaufen.”

Jedesmal wenn er darüber nachdenkt, verzieht er das Gesicht zu einer Grimasse und wird wütend. Er lässt zu, dass ihn eine solche Kleinigkeit belastet, obwohl es Jahre zurückliegt.

Machen Sie bitte nicht den gleichen Fehler. Der heutige Tipp lautet deshalb:

“Tun Sie Gutes, helfen Sie anderen, aber erwarten Sie keine Dankbarkeit.”

Viel Erfolg!

Haris Halkic

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Eine Antwort auf Erwarten Sie keine Dankbarkeit von anderen

  1. Lothar sagt:

    Zum wieder beeindruckenden Text “Dankbarkeit” zuerst einmal meinen Dank :-)

    der Text trifft mich genau, weil er mein Denken widerspiegelt. Dank zu erwarten heisst doch nichts von sich zu geben, sondern ein “Geschäft” machen zu wollen, aber ein Geschäft, bei welchem man den Preis nicht nennt. Wie kann dieser Preis jemals ausgeglichen werden? Gar nicht! Denn der der den Preis entrichten soll weiß gar nichts davon.
    Goethe hat zur Dankbarkeit einmal gesagt:

    Begegnet uns jemand,
    der uns Dank schuldig ist,
    gleich fällt es uns ein.
    Wie oft können wir jemand begegnen,
    dem wir Dank schuldig sind,
    ohne daran zu denken.

    Daran sollten wir auch denken, wie oft haben wir selber gedankt. Wie oft haben wir geschaut wer uns dankbar sein sollte und dabei ganz vergessen wem wir selbst dankbar sein sollten.
    Unsere Mutter: wann waren wir Ihr gegenüber Dankbar?
    Unseren Lehrern: Wann waren wir Ihnen dankbar für das Wissen das sie uns gaben?
    Unseren Kindern: wann waren wir das letzte Mal dankbar, weil sie uns das Leben erfüllt haben?
    Dankbar können wir selber sein, wir machen uns selbst Geschenke, wenn wir etwas für Andere tun. Wir sollten dankbar sein, dass wir das können.

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